13. Juni

Wege durch das Land

„der damahlen den Mohren mit aus Indien brachte“

Das Weserrenaissanceschloss Neuhaus ist ein prägendes Bauwerk der Region und die Ausstellung im Residenzmuseum erinnert daran, dass es einst Sitz der Fürstbischöfe war. Etwa von Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg, der kunstvolle Verse schuf und dessen gelehrter Hof des 17. Jahrhunderts die kulturelle Blüte der Paderborner Residenz markiert.
„Wege durch das Land“ hat die Autorin Isabelle Lehn gebeten, die jüngst erforschte Geschichte des „Hofmohren“ Wilhelm Liborius Endomiro in einer Erzählung zu verarbeiten, die auf Schloss Neuhaus ihre Urlesung erfahren wird. Endomiro wurde in der Spätzeit der Fürstbischöfe aus Surinam als bestaunte Seltenheit nach Schloss Neuhaus verschleppt.
Auch die Kammermusikgruppe NeoBarock wird sich in ihrem Programm eng an die Musik der Zeit halten. In Musikstücken von Jean-Philippe Rameau und Michel Corrette amüsierte sich höfisches Publikum über hübsche „Wilde“ und in Correttes Satz „La Fuerstemberg“ kommt noch einmal die Familie von Fürstenberg vor.
Die Schauspieler Crescentia Dünßer und Stefan Kurt werden Gedichte des Fürstbischofs Ferdinand, die Reiseberichte „Reise von Braunschweig nach Paris im Heumonat 1789“ von Joachim Heinrich Campe und „Meine Wallfahrt zur Ruhe und Hoffnung“ von Justus Gruner lesen. Campe und Gruner forderten neue Regeln und mehr Freiheit für Paderborn, kurz: das Ende der Fürstbischöfe. Dem steht im Konzert gegenüber, was der junge Mozart in London bei Johann Christian Bach an neuen musikalischen Regeln und Freiheiten gelernt hatte: Bachs Claviersonate op. 5/2 verwandelte er in ein kleines Klavierkonzert im neuen Geist, weg vom barocken Affekt hin zur Empfindsamkeit in klarem, formalem Gerüst.

Eintritt: Kategorie A 55 € (erm. 45 €), Kategorie B 40 € (erm. 32 €), Studentenkarte 15 €

Kartenbestellung: www.wege-durch-das-land.de
Tel. 0 52 31 - 30 80 210

Veranstalter: Wege durch das Land in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Paderborn